Wie geht das Sprichwort nochmals? Ein kleiner Schritt für jeden Einzelnen, ein großer Schritt für das friedliche Beisammensein in der Großstadt. Oder so ähnlich. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Los geht es schon bei der Rolltreppe zur U-Bahn: man steht links und geht rechts – also genau andersherum als in Bangkok. Oder eben den meisten anderen Städten mit Linksverkehr. Unten angekommen braucht ihr ein Ticket. Hier gibt es ein paar Möglichkeiten.

Tickets

  • Cepas: das sind wieder aufladbare Smartkarten, ähnlich wie die LeapCard in Dublin. Kostenpunkt ca. 5SGD
  • NETS Flashpay: NETS ist Singapurs eigenes elektronisches Bezahlsystem, so wie es Laser früher in Irland war. Bisher konnte es sich neben Visa und MasterCard behaupten und hat ein eigenes kontaktloses System entwickelt, das neben vielen Läden auch für Öffis verwendet werden kann. Kostenpunkt für NETS Flashpay sind auch 5SGD und die Karten sind bei vielen 7/11 Filialen verfügbar. (Informiert euch vorher wo man die Karte kostenfrei aufladen kann!)
  • MasterCard: die neueste Bezahlmethode. Die Idee ist, dass ihr mit PayPass Karten wie z.B. in London bezahlen könnt. Hierbei gibt es aber zwei Einschränkungen: (a) die Karte muss vorher registriert werden und (b) von einer Bank in Singapur herausgegeben worden sein
  • Einzelfahrten: gibt es wohl. Das Ticket kann für bis zu 6 Fahrten innerhalb von 30 Tagen genutzt werden, 10 Cent sind für das Ticket fällig, man bekommt die aber nach der 3. Fahrt zurück. Tickets sind wohl immer für einen Tag gültig, danach müsst ihr ein neues Ticket kaufen. Mehr Infos bekommt ihr bei Transitlink: www.transitlink.com.sg
  • Singapore Tourist Pass: Die einzige Möglichkeit für unbegrenzte Fahrten in Singapur. Preise sind relativ günstig: 1-DAY PASS $10, 2-DAY PASS $16, 3-DAY PASS $20. Einen Pfand von $10 kommt noch dazu, aber den bekommt ihr zurück wenn Ihr die Karte innerhalb von 5 Tagen zurück gebt. Mehr Infos hier: thesingaporetouristpass.com.sg


Fahrpreise sind mit allen Methoden gleich – am Ende kommt es darauf an wie bequem ihr unterwegs sein wollt. Beim Bus hängt der Fahrpreis von den gefahrenen Kilometern ab, bei der MRT geht Einzelfahrt schon bei 77 Cent zur Nebenzeit los.

Mehr Infos über den Singapore Tourist Pass:

Beim Ein- und Aussteigen die Karte an den Scanner halten, piepen abwarten und los geht’s. Die Karte wird immer an das Lesegerät rechten Seite gehalten. Die Schranke schließt automatisch. Falls man mit Gepäck unterwegs ist, den Koffer am Besten durch die breite Schranke hinter sich ziehen. Lieber ist der Koffer mal eingeklemmt als man selbst. Auf der Rolltreppe haben Koffer nichts zu suchen, hierfür gibt es die Aufzüge. Gleiches gilt auch für große Einkaufstüten. Das ist ungewohnt und langsam. Und mir ist erst aufgefallen wie ich es wertschätze als ich jemanden vor mir hatte der den Regeln nicht gefolgt ist.

Wer mit Kleinkindern reist wird auch gebeten die Aufzüge zu nehmen. Auf den Rolltreppen herrscht reges Treiben und ich habe schon ein paar mal Mütter gesehen, die Ihre Kinder am Ende der Rolltreppe kaum sicher von der Rolltreppe bewegen konnten.

Schlange stehen und nicht drängeln, auch wenn es manche “locals” scheinbar immer wieder machen. Die sind aber oft gar nicht aus Singapur – und drängeln wird hier nicht geschätzt. Noch weniger als drängeln mögen Singapurer trödeln. Wenn die Bahn angekommen ist, dann aber bitte auch zügig einsteigen, sonst wird man überholt. Willkommen im Land mit englischer Höflichkeit, deutscher Effizienz und einer gesunden Menge asiatischem Wohlfühlchaos.

Die ersten ein bis zwei Sitze in jeder MRT Reihe sind Menschen, die diesen Platz mehr benötigen reserviert. Darunter zählen zum Beispiel ältere Menschen und Schwangere. Hieran wird sich in der Regel auch gehalten und in der Regel wird aufgesprungen wenn jemand bedürftigeres kommt. Respekt ist eine wichtige Tugend.

Trinken ist in Bahnhöfen und Zügen nicht erlaubt. Das gilt auch für Wasser. Gleiches gilt auch für Rauchen, sowie das Transportieren von Feuerwerkskörpern und Durians.

Kampagnen in den Bahnen und Stationen sollen dafür sorgen, dass das Bahnfahren für alle so angenehm wie möglich ist.

Fun Fact: Einer der Hauptgründe warum Kaugummi in Singapur verboten wurde sind die U-Bahnen, und der fehlende Respekt, den die Menschen hatten.

„Putting chewing gum on our subway train doors so they don’t open, I don’t call that creativity. I call that mischief-making“
Lee Kuan Yew, der Vater Singapurs

Singapur hat viele aktive Netizens, die sich sehr lautstark über Verstöße gegen die Regeln äußern.

Zu Stoßzeiten ist auch mal etwas mehr los in der Bahn. Gestern morgen war eine Gruppe Deutscher in Bahn, die Verhältnisse mit denen “chinesischer Städte wie Tokyo” verglichen haben – eine Aussage an der mehreres falsch ist. Solange um euch herum die Menschen noch Serien schauen und fröhlich Sticker auf WeChat hin und her schicken ist die Bahn nicht voll. Auch wenn Dich 1.5 Meter und drei zierliche Asiatinen von der nächsten Stange zum Festhalten trennen. Erfahrungswerte, was passiert wenn man beim starken Bremsen umfällt, habe ich nicht. Schwanken und verdecken des Handybildschirms des Nachbarn wird nicht gerne gesehen.


Von der Land Transport Authority

Schneller unterwegs

Citymapper findet nicht nur die beste Verbindung zwischen zwei Orten sondern zeigt z.B. auch an wo man am besten in die Bahn einsteigt um beim Umsteigen den kürzesten Weg zur Rolltreppe zu haben. Klingt vielleicht lustig, macht einem aber zumindest zu Stoßzeiten das Leben einfacher. Citymapper zeigt auch wieviele Durians man mit gutem Gewissen essen kann wenn man gelaufen ist.
Eine Internetverbindung wird benötigt um Citymapper verwenden zu können.

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Über Deinen Digitalen Weggefährten

Nach einigen Jahren in Irland hat es mich in das deutlich wärmere Singapur verschlagen. Auf diesem Blog teile ich einige Eindrücke von unterwegs sowie auch von zuhause, zum einen als Erinnerung für mich aber auch als Inspiration für andere Weltenbummler. Über Anregungen, Tipps, und Fehlermeldungen freue ich mich. Sag hallo!